Thomes aktueller Roma ist tatsächlich ein "Gegenspiel" zu sein letzten Buch "Fliehkräfte". / Abbildung: Suhrkamp

Perspektivenwechsel

Stephan Thomes gelungener Roman “Gegenspiel”

In seinem dritten Roman erzählt Stephan Thome die Geschichte einer Frau zwischen der katholischen Strenge ihres Heimatlandes Portugal, der Unverbindlichkeit Berlins und der erdrückenden Enge der mitteldeutschen Provinz. Schilderte Thomes letztes Buch “Fliehkräfte” die Geschichte des Philosophie-Professors Hartmut, so geht es in “Gegenspiel” nun um den Werdegang seiner Frau Maria. Ein überzeugend realistischer Roman voller Sehnsüchte und Rückschläge. Weiterlesen

Exiles 10-klein

Bilder einer Ausstellung

Luk Perceval inszeniert James Joyces “Exiles” an den Münchner Kammerspielen

Oft gibt es gute Gründe dafür, dass selten gespielte Theaterstücke so selten gespielt werden. James Joyces einziger Dramentext “Exiles” ist so ein Beispiel. Das Kammerspiel verhandelt auf recht moderne Weise die Liebe als erstarrte, nicht gelebte Sehnsucht. 1919 wurde der Drei-Akter an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Unter Luk Percevals Regie ist das Stück nun dorthin zurückgekehrt. Die aktuelle Inszenierung zeigt, wie schwer es ist, einen künstlerischen Ausdruck für nicht gezeigte Gefühle zu finden.  Weiterlesen

Wenigstens ein Lebenszeichen nach Wochen der Funkstille: Eleanor und Conor in Conors Bar / Foto: Prokino Filmverleih

Vom Sterben einer Liebe

Ned Besons Spielfilmdebüt “Das Verschwinden der Eleanor Rigby”

“All the lonely people / Where do they all come from?” heißt es im Beatles-Lied “Eleanor Rigby”. Es geht darin um Einsamkeit und das Fehlen menschlicher Interaktion. Das stimmungsvolle Spielfilmdebüt des amerikanischen Regisseurs Ned Benson heißt „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ und hat mit diesem Lied nur entfernt zu tun. Bensons Protagonistin heißt Eleanor Rigby, weil ihr Vater den Nachnamen Rigby trägt und beide Eltern die Beatles mochten. Aber um schmerzhafte, unüberwindbare Einsamkeit geht es auch in dem Film. Weiterlesen

Inés und die Freude / Cover: Hanser Verlag

Helden des Arán-Tals

Almudena Grandes’ Roman “Inés und die Freude”

In ihrem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch “Inés und die Freude” erzählt Almudena Grandes die bewegende Geschichte einer spanischen Kommunistin in den Jahren zwischen 1936 und 1977 und erinnert dabei an ein fast vergessenes historisches Ereignis.
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Manchmal ist auch ein echter Held: Simon Werdelis als Odysseus / Foto: Thoma Dashuber

Kampf gegen Klamauk und Verführung

Corinna von Rads ”Die Irrfahrten des Odysseus” im Jungen Resi in München

Klassiker für Kinder haben im Münchner Residenztheater Tradition. Nach den Inszenierungen von Kästners “Pünktchen und Anton” und “Die Schneekönigin” in den vergangenen Spielzeiten ist nun Homers “Odyssee” als Familienstück auf der großen Bühne des Theaters zu sehen. Für Tiefgründigkeit sorgt in der Inszenierung vor allem der Hauptdarsteller Simon Werdelis. Weiterlesen

Von Sommerträume und Alpträume erzählt Dominczyk ganz ohne Kitsch / Abbildung: Suhrkamp Insel

Freundschaftsbande

Dagmara Dominczyks kraftvoller Debütroman “Wir träumten jeden Sommer”

Das Buch der jungen polnisch-amerikanischen Autorin ist eine Hassliebeserklärung an ihr europäisches Geburtsland und die ergreifende Annäherung an eine ambivalente Mädchenfreundschaft. Weiterlesen

Ein Haufen Freaks / Foto: Concorde

Ein Doppelagent und ein Haufen Freaks

Felix Herngrens Roman-Verfilmung “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand”

Wenn man eine solche Vorlage ins Kino bringt, kann man fast nur scheitern. Herngrens Film hält sich zwar eng an die Handlung von Jonas Jonassons Bestseller, erreicht aber trotz vielversprechender Darsteller nur selten dessen Qualität.
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Manchmal ist man in "Situation Rooms" auch mit sich selbst konfrontiert. / Foto: Pigi Psimenou

Im Leben der Anderen

Rimini Protokolls Live-Videospiel “Situation Rooms” beim Spielart Festival 2013

Bei Spielart zeigte sich Deutschlands wohl bekanntestes Performance-Kollektiv Rimini Protokoll das letzte Mal 2007. Dem bayrisch-brasilianischen Polizistenprojekt “Soko Sao Paolo” von damals folgt jetzt ein realitätsnahes Multiplayer-Spiel mit Videobotschaften aus aller Welt. Weiterlesen

Der Feind meines Vaters / Cover: Hanser Verlag

Zwischen Guerilla und Guardia Civil

Almudena Grandes’ berührender Post-Bürgerkriegs-Roman “Der Feind meines Vaters”

Die Schriftstellerin Almudena Grandes ist nach eigenen Worten besessen vom Spanischen Bürgerkrieg und der Nachkriegszeit. Ihr neuer Roman spielt Ende der 1940er Jahre in Andalusien und erzählt die bewegende Geschichte eines Polizistensohnes auf der Suche nach Menschlichkeit in Zeiten von Repression und Terror. Weiterlesen